Pro und contra Südspange

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Fragen und Antworten zum Thema Naturschutz

Seite der Grünen mit Argumenten zum Bau der Südspange

Mail an die BI Göttinger Süden vom 24.2.2009 - Antwort der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen

Mail an die BI Göttinger Süden vom 25.2.2009 - Antwort der BI Göttinger Süden

Mail an die BI Göttinger Süden vom 24.2.2009

Hallo Frau Klöckner,

ich wohne in Treuenhagen.

Fakt ist:

- die Südspange wird die verkehrsgeplagten AnwohnerInnen der Reinhäuser Landstraße und Akazienweg und Kiesseestraße und Lotzestr. und Sandweg und Danziger Str. und Stettiner Str. und Geismar Landstr. und Am Kirschberge usw. sehr wohl und sehr deutlich entlasten, weil dann vor allem alle Autofahrer von der B27 in Richtung Grone und West-/Nordstadt nicht mehr über das Nadelöhr Sandweg oder Innenstadt fahren müssen

- "durch" das Kiesseekarree rollt kein Verkehr, weil dies ein in sich geschlossenes verkehrsberuhigtes Sackgassengebiet ist.
Die angrenzende Kiesseestraße und damit natürlich auch das Kiesseekarree würden hingegen von einer Südumgehung super profitieren.
Vielleicht haben Sie von dem überaus bedauerlichen Unfall des Radfahrerjungen in Höhe Schulweg gehört ?
Das hätte natürlich auch mit Südumgehung passieren können.
Fakt ist aber, daß bei viel weniger Verkehr auf der Kiesseestraße unsere Kinder deutlich geschützter wären und das Verkehrsunfallrisiko drastisch abnehmen würde (siehe Vergleichszahlen ähnlicher Umgehungsstraßenprojekte).
Aus meiner Sicht ist dies ein super wichtiger Aspekt.

- eine einzelne Strassentrasse ohne zusätzliche Bebauung kann biologisch betrachtet eine Landschaft bzw. Artenvielfalt nicht "zerstören"
Vom "Anblick" her sicher schon, nicht jedoch in bezug auf die Artenvielfalt.
Hier empfehle ich, sich einmal andere Gebiete in der ganzen Welt oder gerne auch rund um Göttingen anzuschauen, in denen sich gerade um solche Trassen drumherum eine vorher nicht für möglich gehaltene Artenvielfalt angesiedelt hat. Weil ganz einfach dann dort keine "störenden" Menschen rumlaufen und auch keine weitere Bebauung entsteht (weil niemand direkt an der Umgehungsstraße sein will - den Pflanzen und Tieren nützt dies jedoch !! Für Feldhasen, Kaninchen und Feldhamster sowie diverse kleinere Tiere und Lebewesen ist dies besser, als ständig auf Menschen und Hunde achten zu müssen ? Warum wohl gibt es auf der Drachenwiese diese Artenvielfalt nicht mehr ?! Weil dort zu viele Menschen rücksichtslos mit der Natur umgehen. Von den vielen Hunden, die dort ohne Leine frei rum laufen und auch dort "ihr Geschäft" verrichten. Leider macht kein Hundebesitzer dort den Dreck seines Lieblings weg.
Wohlgemerkt: Ich mag Hunde sehr. Aber auch meine kleinen Kinder. Und wir gehen schon lange nicht mehr auf die Drachenwiese, weil man dort überall in Hundekot treten kann und zudem Hunde oft ohne Leine rumlaufen und kleine Kinder leider dort nicht gefahrlos spielen können.
Das wird mit Südspange trotzdem nicht besser werden, weil die gleichen Nutzer dort weiterhin hingehen / hinfahren werden.
Die wird die Südspange nämlich nicht stören.

- Der BürgerInnenwille wird ignoriert ?
Da stimme ich Ihnen voll zu.
Seit über 20 Jahren sind über 80% der Anwohner in der Göttinger Südstadt und Reinhäuser Landstraße, Danziger Str., Stettinger Str., Sandweg, Geismar Landstr., Am Kirschberge usw. für die Südumgehung.
Bei einem Bürgerentscheid der betroffenen Bereiche würde definitiv sogar die "große" Lösung entschieden werden (schon oberhalb Steinmetzkurve beginnend - links und rechts von der Trasse dann jeweils 100 Meter Aufforstung mit Mischwald. Das wäre eine super Lösung !)

- "Sie gehen gerne am Kiessee spazieren oder joggen ?"
Mit der Südspange und entsprechendem Lärmschutz (Aufforstung) zwischen Kiessee-Südseite und Straße würde sich das Naherholungsgebiet Kiessee deutlich für alle Nutzer verbessern !!!!!! Weil dann am Sandweg kaum noch Verkehr wäre - man könnte dort dann auch eine 10 km/h Regelung oder ähnliches machen.

- "...Fahrrad ..."
Ich wohne seit über 30 Jahren in Treuenhagen und fahre viel Fahrrad.
Am Kiessee selbst ist dies bekanntlich jedoch schon lange verboten !
Also geht es um den Bereich Kiesseestraße oder Drachenwiese/hinter dem Wasserwerk und am Wehr entlang nach Rosdorf.
Hier müßten Sie in der Tat entscheiden was Ihnen wichtiger ist: Artenvielfalt oder aktive Nutzung durch Menschen. Denn aufgrund der Zunahme der Spaziergänger und Radfahrer ist es in den vergangenen 3 Jahrzehnten zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt im Gebiet zwischen Kiessee, Wehr und Rosdorfer Kiesgrube gekommen.
Was ist besser ?
Wie gesagt: Mit einer gleichzeitigen Aufforstung von 100 m links und rechts der Trasse würde allen super geholfen !
Dafür sollten wir uns alle stark machen. Denn an das "links und rechts von der Straße" denken Politiker leider wirklich nur ganz selten.

- "..Hunderunde... Am liebsten ungestört von großen Straßen und Autolärm?"
Viele "Hundefreunde" kommen mit Ihrem Hund per AUTO !!!
Für diese Leute gibt es insofern reichlich Ausweichmöglichkeiten.
Alle Anwohner im Bereich Südstadt, die Hunde haben, würden hingegen die Südspange begrüßen, weil dadurch in den Wohngebieten viel weniger Durchgangsverkehr wäre (Reinhäuser Landstr., Akazienweg, Lotzestr., Stettiner Str., Sandweg usw.) und die Wege vom Haus zum Auslaufbereich deutlich aufgewertet würden.
Und mit der empfohlenen Aufforstung / Abgrenzung zur Trasse wäre den Vierbeinern und -Haltern noch mehr gedient, weil dies eine echte Bereicherung und Auflockerung der Spaziermöglichkeiten wäre.

Bei allem "Streit" um das Für und Wider der Südumgehungsmöglichkeiten würde ich mich freuen, von Ihnen gelegentlich eine Rückantwort zu bekommen.

Mit freundlichen Grüßen
XXX XXX

Antwort der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen

Hallo Herr XXX,

Ihre wortreiche E-Mail hätte sicher eine entsprechend lange Antwort verdient. Es ist vor allem meinem knappen Zeitbudget geschuldet, dass die Beantwortung eher kurz ausfallen muss.

Zunächst einmnal geht es grundsätzlich darum, ob der letzte, vergleichsweise wenig zerschnittene Naturraum am Göttinger Stadtrand der Erschließung anheimfallen soll. Die Erfahrung (z.B. die neue B 3 bei Bovenden mit einem 60 Hektar großen Gewerbegebiet) lehrt, dass es nicht beim Bau einer Straße bleiben muss... Das immer wieder vorgebrachte Argument einer erheblichen Entlastung der lärm- und abgasgeplagten Anwohner der Reinhäuser Landstraße ist nicht stichhaltig: Selbst die vehementesten Befürworter der Südumgehung (z.B. die FDP-Fraktion und der Verkehrsbeirat) gehen von einer eher geringfügigen Entlastung aus: Fakt ist, dass auch nach dem Bau der Südspange die Reinhäuser eine vielbefahrene Straße bleiben würde. Auch an eine Sperrung des Sandwegs mit seinen zahlreichen Sport- und Freizeiteinrichtungen glaubt im Ernst kaum noch jemand, dennoch wird dieses Trugbild in der Öffentlichkeit als großer Wurf verkauft.

Ihre Anmerkungen zum Themenkomplex Straßen und Artenvielfalt fallen sehr undifferenziert aus. Im konkreten Fall der Südspangen-Trasse und ihres Umfelds geht es, bezogen auf die dort vorkommenden Tierarten, um drei Artengruppen, nämlich um Tiere des offenen Agrarlands, um Gehölzbewohner sowie um Fließgewässerspezialisten.Gerade im Agrarland hat in den vergangenen Jahrzehnten ein erschreckender Rückgang der Artenvielfalt stattgefunden. Hauptgründe dafür sind keineswegs, wie Sie mutmaßen, Spaziergänger mit Hunden, sondern die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft.

Die von Ihnen ins Feld geführten Gehölzpflanzungen an der geplanten Trasse nützen diesen besonders gefährdeten Tierarten (z.B. Feldhamster, Wachtelkönig, Feldlerche, Wiesenpieper und Feldschwirl) nicht, im Gegenteil, sie würden, neben der Trasse, sogar ihren Lebensraum zusätzlich beeinträchtigen und schmälern (Feldlerchen brüten nun mal nicht in Büschen). Die Artenarmut der Mähwiesen im Wassergewinnungsgelände resultiert ebenfalls nicht aus den Aktivitäten der HundebesitzerInnen (denen ich übrigens keinesfalls kritklos gegenüberstehe!), sondern aus der schnellen Abfolge von bis zu drei Mähterminen pro Jahr.

Nach einer Bepflanzung der Trasse mit Bäumen würden sich dort zweifellos einige Vogelarten zum Brüten niederlassen, im wesentlichen anpassungsfähige Allerweltsarten - dies kann jedoch ebenso wenig als Argument für den Bau der Straße angeführt werden wie der größere Artenreichtum in Fließgewässerabschnitten, die vom Kühlwasser eines Kernkraftwerks erwärmt werden als Beleg für die segensreichen Folgen der Atomenergie. Zudem sind Straßen für viele Wirbellose, aber auch für Amphibien und Kleinsäuger eine echte Barriere mit entsprechendem Mortalitätsrisiko. Irgendwelche Anpflanzungen oder andere optische Aufhübschungen ändern daran nichts. Auf die erhebliche Beeinträchtigung des letzten naturnahen Göttinger Leineabschnitts durch die Straße und ein neues Brückenbauwerk gehen Sie (wohlweislich?) nicht ein.

Ich hoffe, Sie können einige Argumente gegen die Südspange besser nachvollziehen. Im übrigen: das Bauvorhaben ist erstmal gestoppt, weil die Göttinger Stadtverwaltung mit ihrer Planung nicht zu Rande gekommen ist. Nun haben auch die Befürworter der Südspange Zeit, sich zu überlegen, ob sie wirklich weiterhin für dieses landschaftszerstörende Bauprojekt eintreten wollen. Mit freundlichem Gruß Hans H. Dörrie

Mail an die BI Göttinger Süden vom 25.2.2009

Guten Tag,

ich möchte mich wegen der "Südspange" an Sie wenden. Vorher jedoch, möchte ich mich ein wenig vorstellen.
[ ... ]
Seit drei Jahren wohne ich in der Südstadt in der Nähe von Joey's. Was mich hier tierisch nervt, ist der Straßenverkehr zu den Stoßzeiten.
Man kann zu der Zeit kaum auf eine der größeren Straßen abbiegen, wenn man nicht reingelassen wird. Die Straßen Sandweg, Stettiner, Reinhäuser Landstraße und Kiesseesstraße (ich lege hier keinen Wert auf Vollständigkeit), sind total überlastet und der Verkehr kommt dort regelmäßig nur noch im Schritttempo voran.
Vor allem der Sandweg als ausgewiesenes Naherholungsgebiet wird durch die nach unten sinkenden Autoabgase sehr stark belastet, dass ich dort freiwillig nur selten Sport ausübe. Das ist zumindest mein Empfinden als Radfahrer, der jeden Tag unterwegs ist.

Meine Lösung wäre eine Südumgehung, da hierdurch der größte Teil des Verkehrs außen um die bewohnten Gebiete umgeleitet würde. Jetzt erfahre ich von Ihrer Blockade-Aktion und finde die sehr unangemessen. Anhand Ihres Flyers konnte ich keine Argumente gegen die Umgehung erkennen, die schwerwiegender wären, als die Verstopfung auf den von mir genannten Straßen. Ebenso finde ich auch keine Alternativstrecke, die Sie zur Südumgehung anbieten. Sie sind einfach nur dagegen. Bitte liefern Sie mir doch stichhaltige Argumente, wieso täglich tausende Autos weiter durch teilweise dicht bewohntes Gebiet und ein Naherholungsgebiet fahren sollen.

Dann habe ich noch eine abschließende Frage: Können Sie mir die Initiatoren der Bürgerinitiative nennen? Für mich klingt die ganze Aktion eher so, als wollten sich einige wenige den innerstädtischen Verkehr erhalten, weil ihre Geschäfte von der Laufkundschaft profitieren. Das möchte ich nicht zu Lasten meiner Gesundheit in Kauf nehmen, ich möchte, dass der Verkehr umgeleitet wird, und zwar an Göttingen vorbei.

Ich bitte Sie, auf alle meiner Argumente einzugehen, damit ich Ihren Standpunkt logisch nachvollziehen kann. Momentan sehe ich das so, dass ein Teil der Göttinger Bevölkerung den Verkehr weiter ertragen soll, damit ein viel kleinerer Teil mit seinen Hunden weiter ungestört auf einer Wiese Gassi gehen kann.

Mit freundlichen Grüßen
XXX XXX

p.s.: Auf die wirtschaftlichen Aspekte der Erweierung der Stadtgrenzen, die dadurch erfolgen, gehe ich gerne später ein.

Antwort der BI Göttinger Süden

Guten Tag Herr XXX,

bevor wir auf Ihr Schreiben eingehen, etwas Grundsätzliches vorweg:

Wir halten es für verfehlt, auf verstopfte Straßen mit dem Bau immer neuer Straßen zu reagieren. Diese machen das Fahren dort attraktiver, es wird zusätzlicher Verkehr angezogen (im Falle der Südspange wird dies u.a. Autobahn-Ausweichverkehr, vor allem Schwerlastverkehr sein), bis auch die neue Straße irgendwann überlastet ist und der Ruf nach weiteren Straßen laut wird - eine Spirale ohne Ende.

Wenn in einem Gebiet zu viele Autos fahren, dann gibt es dort unserer Meinung nach eben genau das: zu viele Autos, und nicht zu wenige Straßen. Dass wir alle an zuviel Autoverkehr mit all seinen Begleiterscheinungen leiden, liegt auf der Hand. Dass der ÖPNV und das Radwegenetz in und um Göttingen stark ausbaubedürftig sind (um es einmal freundlich zu formulieren), ist ebenfalls klar. Es gilt, erst einmal auf diesen Gebieten alle Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor dem Auto immer neue Flächen geopfert werden.

Zudem hören wir gerade im Raum Göttinger Süden / Rosdorf / Göttinger Westen eine weitere unsinnige Argumentationsspirale: neue Gewerbegebiete brauchen neue Zufahrtstraßen, an neuen Straßen kann man neue Gewerbegebiete ansiedeln usw. Bereits jetzt werden die bestehenden Gewerbeflächen im Göttinger Westen nicht ausgelastet, dies liegt angesichts der Nähe zur Autobahnabfahrt wohl kaum an der mangelnden Verkehrsanbindung.

Auch sind aus der Presse Erfahrungen anderer Kommunen bekannt: 10 Jahre nach ihrem Bau stehen viele dieser Gewerbegebiete - die die Innenstädte veröden lassen und sich gegenseitig ruinöse Konkurrenz machen - leer, die Landschaft ist ein für alle Mal zerstört und niemandem ist gedient - außer denen, die an Straßen- und Hallenbau verdient haben. Arbeitsplätze hat es höchstens kurzfristig gegeben, oft bringen neu angesiedelte Firmen ihre Arbeitskräfte mit. Aufgrund der nicht erfolgten Ansiedlung neuer Firmen gehen einige Kommunen mittlerweile dazu über, Gewerbeflächen zurückzubauen.

Zudem ist überall dort, wo Ringstraßen gebaut werden (also keine Ein- und Ausfallstraßen, sondern solche, die Ein- und Ausfallstraßen miteinander verbinden), zu beobachten, dass der Bereich zwischen Innenstadt und neuer Straße über kurz oder lang zugebaut wird.

Nun möchten wir auf die von Ihnen angesprochenen Aspekte eingehen.

> Man kann zu der Zeit kaum auf eine der größeren Straßen abbiegen, wenn
> man nicht reingelassen wird.

Wenn dies wirklich ein Problem ist, dann eines, das sich mit Ampeln lösen lässt. Dafür braucht man keine neue Straße!

> Die Straßen Sandweg, Stettiner, Reinhäuser
> Landstraße und Kiesseestraße (ich lege hier keinen Wert auf
> Vollständigkeit), sind total überlastet und der Verkehr kommt dort
> regelmäßig nur noch im Schritttempo voran.

Einige von uns wohnen auch in diesem Bereich bzw. sind oft dort unterwegs. Sicherlich leiden die genannten Straßen unter einer starken Verkehrsbelastung. Allerdings: die Formulierung "regelmäßig nur noch im Schritttempo" halten wir als generelle Aussage für diese Straßenzüge für eine Übertreibung. Zudem stellen wir entschieden in Frage, dass es durch den Bau einer Südspange zu einer Entlastung dieser Straßen überhaupt kommt bzw. dass es zu einer Entlastung kommt, die nicht andernorts eine Belastungszunahme nach sich zieht. Der Bau der Südspange würde bewirken, dass der Verkehr, der über sie rollt und nach Geismar will, die Reinhäuser Landstraße und die Kiesseestraße enorm belastet. Die - der Südspange auch von ihren BefürworterInnen zugeschriebene - Autobahn-Ausweichfunktion belastet den ganzen Bereich von Elliehausen bis hinter Friedland (stellen Sie sich bitte einmal LKW-Kolonnen in Groß Schneen vor). Selbst der Baudezernent Herr Dienberg gab jüngst in einer öffentlichen Fraktionssitzung zu, dass es durch eine Südspange keine bzw. wenn überhaupt nur partielle Entlastungswirkungen für die von Ihnen genannten Straßenzüge geben würde.

> Vor allem der Sandweg als ausgewiesenes Naherholungsgebiet wird durch
> die nach unten sinkenden Autoabgase sehr stark belastet, dass ich dort
> freiwillig nur selten Sport ausübe.

??? Der Sandweg ist eine Straße und kein Naherholungsgebiet, und Straßen werden natürlich durch den auf Ihnen rollenden Verkehr belastet. Das Naherholungsgebiet beginnt hinter dem Sandweg und geht bis Niedernjesa. Durch die Südspange, über die wesentlich mehr Verkehr rollen würde als heute über den Sandweg (auch Schwerlastverkehr, s.o.), würde es zerschnitten und damit entwertet.

> Das ist zumindest mein Empfinden als
> Radfahrer, der jeden Tag unterwegs ist.

Das Problem sind hier auch Ihre MitsportlerInnen, die es sich nicht nehmen lassen, jeden Meter, den sie nicht als Ausübung ihres Sports ansehen, mit dem Auto zurückzulegen: Es gibt sehr viel KFZ-Verkehr aus Rosdorf und dem Göttinger Westen zur Eiswiese und zu den Sportstätten.

Der Bau der Südspange wird uns auch mit einer Sperrung des Sandwegs schmackhaft gemacht. Diese würde bewirken, dass der Verkehr aus Rosdorf zu Eiswiese und Sportstätten den riesigen Umweg über die Südspange, die Reinhäuser Landstraße und die Stettiner Straße bzw. über den Rosdorfer Weg und die Wiesen-, Bürger- und Lotzestraße nehmen und der Verkehr aus Grone über die Groner Landstraße und ebenfalls über Bürger- und Lotzestraße einfallen würde. Von einer Entlastung der Südstadt könnte also keine Rede sein; wir gehen vom Gegenteil aus. Es mag sein, dass Ihre Straße profitiert - andere leiden darunter.

> Meine Lösung wäre eine Südumgehung, da hierdurch der größte Teil des
> Verkehrs außen um die bewohnten Gebiete umgeleitet würde.

Das ist nicht nur aufgrund des gerade gesagten nicht zu erwarten, sondern auch deshalb, weil ein großer Teil des dort nervenden Verkehrs örtlicher Verkehr ist. Das ergeben immer wieder Zählungen; man muss nur die richtigen Zahlen miteinander vergleichen, was in offiziellen Auswertungen nicht gemacht wird.

> Anhand
> Ihres Flyers konnte ich keine Argumente gegen die Umgehung erkennen, die
> schwerwiegender wären, als die Verstopfung auf den von mir genannten
> Straßen.

Zunächst: Wir finden, dass in erster Linie diejenigen, die zig Millionen Euro für ein aus unserer Sicht unsinniges Projekt ausgeben wollen, in der "Beweisführungspflicht" stehen und stichhaltige Argumente liefern müssen. Diese waren für uns bislang nicht vernehmbar, u.a. da von möglichen Entlastungswirkungen selbst von Seiten der BefürworterInnen nicht mehr viel zu hören ist. Wenn heute keine positiven Folgen der Südspange genannt werden können, so wissen wir eines sicher: Die Südspange würde die Zerstörung eines kilometerlangen und (je nach Sichtweise) zig bzw. hunderte Meter breiten Streifens Natur bedeuten. Was die Verkehrsbelastung anbelangt, ist zudem lediglich eine Verlagerung der Verstopfung anzunehmen. Gegen diese Verstopfungen mit wirksamen - sprich an der Ursache ansetzenden - Mitteln vorzugehen, ist überfällig. Vor diesem Hintergrund können wir zur Südspange nur Nein sagen.

> Ebenso finde ich auch keine Alternativstrecke, die Sie zur
> Südumgehung anbieten.

Dass wir eine solche weder anbieten können noch anbieten wollen, dürfte aufgrund unserer oben geschilderten Sichtweise auf der Hand liegen.

> Sie sind einfach nur dagegen.

Nein! Nicht "einfach nur", sondern aus vielen Gründen und vor allem, weil unserer Meinung nach das Aufrechterhalten diverser Teufelskreise (s.o.) kein Problem löst.

> Bitte liefern Sie
> mir doch stichhaltige Argumente, wieso täglich tausende Autos weiter
> durch teilweise dicht bewohntes Gebiet und ein Naherholungsgebiet fahren
> sollen.

Durch dicht besiedelte Gebiete werden die Autos auch danach fahren (eventuell mit dem Schwerpunkt auf anderen Straßen). Und erst nach dem Bau der Südspange würde der Verkehr DURCH das Naherholungsgebiet donnern, wie schon oben ausgeführt - jetzt hält er sich am Rand dieses Gebiets. Zudem würde er stark zunehmen (ebenfalls s.o.).

Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass so viele Menschen auch Strecken mit dem Auto fahren, bei denen dies nicht erforderlich ist, wir sind nicht Schuld an dem schlechten ÖPNV-Angebot in Göttingen und Umgebung, wir können nichts für Arbeitsplatzverlagerungen in abseits gelegene Gewerbegebiete, die den MitarbeiterInnen lange Wege abverlangen.

Es ist sehr bequem, all diese Probleme zu ignorieren und den Bau einer Straße als Allheilmittel zu verkaufen. Das kann man dann alle zwei Jahre wieder tun.

> Dann habe ich noch eine abschließende Frage: Können Sie mir die
> Initiatoren der Bürgerinitiative nennen? Für mich klingt die ganze
> Aktion eher so, als wollten sich einige wenige den innerstädtischen
> Verkehr erhalten, weil ihre Geschäfte von der Laufkundschaft
> profitieren.

Nein! Wir sind Privatpersonen, niemand von uns hat ein Geschäft, niemand von uns profitiert von innerstädtischem Verkehr - im Gegenteil, auch wir finden ihn schrecklich. Wir halten nur ganz andere Lösungswege für sinnvoll als den, den innerstädtischen Verkehr vielleicht ein kleines bisschen dadurch zu reduzieren, dass man außerhalb der Stadt Landschaft zerstört und viel mehr Verkehr neu entstehen lässt.

> ich möchte, dass der Verkehr umgeleitet wird, und zwar an
> Göttingen vorbei.

Wie gesagt: wenn Sie sich das erhoffen, könnte Ihr Erwachen bitter sein, denn viel von diesem Verkehr hat seine Quelle oder sein Ziel genau dort, wo er Sie nervt.

> Momentan sehe ich das so, dass
> ein Teil der Göttinger Bevölkerung den Verkehr weiter ertragen soll,

Nein, der Verkehr soll abnehmen (und nicht - wie Sie fordern - verlagert und vervielfacht werden).

> damit ein viel kleinerer Teil mit seinen Hunden weiter ungestört auf
> einer Wiese Gassi gehen kann.

Erstens geht es (wie Sie wissen) nicht nur um HundebesitzerInnen. Zweitens ist der Teil der Bevölkerung, der den Bereich zwischen Göttingen, dem Rosdorfer Baggersee und Niedernjesa als Naherholungsgebiet nutzt, mit Sicherheit nicht "viel kleiner" als die Bevölkerung des Wohngebiets, dem die Südspange als Lösung ihrer Probleme verkauft wird. Wir halten es auch für unschön, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, zumal auch viele Menschen aus Ihrer Wohngegend das Gebiet hinter Kiessee und Drachenwiese zur Erholung nutzen und sehr unter einer Straße leiden würden, die dort teilweise auf einem 3 Meter hohen Damm verläuft. Wie Sie wahrscheinlich wissen, sammeln wir auch Unterschriften. Wir sind selber immer wieder erstaunt (und natürlich erfreut) darüber, wie viele Menschen aus Ihrer Wohngegend sich nicht von den Versprechungen der BefürworterInnen der Südspange blenden lassen.

Aus dem zuletzt zitierten Satz von Ihnen spricht auch der Vorwurf, dass wir Eigeninteressen gegen die anderer durchsetzen wollen. Diesen Vorwurf können wir Ihnen auch nicht ersparen: wie oben ausgeführt, wird die Südspange Verkehr innerorts lediglich verlagern und außerhalb vermehren.

> ich möchte, dass der Verkehr umgeleitet wird, und zwar an
> Göttingen vorbei.

Damit machen Sie sich andernorts nicht beliebt!

Wir hoffen, Ihnen unseren Ansatz und unsere Positionen verständlich gemacht zu haben. Vielleicht konnten wir Ihnen etwas neues sagen, was auch Ihre Sichtweise verändert, vielleicht können Sie ja nun einige unserer Argumente nachvollziehen. Wir würden uns darüber freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Die BI Göttinger Süden
Sprecherin: Christina Klöckner